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Sie zählen zu den Exoten. Das bedeutet, dass sie ganz besondere Ansprüche an ihren Halter und ihre Umgebung stellen. Vielerorts wird falsch über ihre Haltung und Fütterung informiert. Sie sind nicht mit Meerschweinchen und Co. zu vergleichen! Weder Futter- noch Platzansprüche ähneln sich! Oft wird unbrauchbares Zubehör angeboten. Chinchillas sind Nagetiere, deshalb darf nichts aus Kunststoff verwendet werden. Man könnte Chinchillas noch eher mit Fischen vergleichen. Diesen müssen wir die richtige Wasserqualität usw. bieten, sonst werden sie krank und sterben. So ist es auch bei den Chinchillas, werden einige grundlegende Bedingungen missachtet, werden Chinchillas schnell krank und auch sie sterben unter Umständen sehr schnell. Chinchillas können bei guter Pflege über 20 Jahre alt
werden. Man muss sich im klaren sein, ob man für so eine lange Zeit
für sie sorgen kann. Chinchillas leben in freier Wildbahn in Gruppen zusammen. In der Heimtierhaltung ist das halten größerer Gruppen jedoch nicht immer so einfach, deshalb sollten Anfänger vorerst mal nur an die Haltung von zwei Tieren denken. Eine Einzeltierhaltung kommt nicht in Frage. Chinchillas erleiden schwerste psychische Störungen bis hin zum Tod, ohne den Kontakt zu Artgenossen. Nun stellt sich die Frage, ob man ein Pärchen oder gleichgeschlechtliche Haltung möchte. Beim Pärchen ergibt sich das Problem von ca. 10 Jungtieren pro Jahr und Weibchen. Die wollen alle in gute Hände vermittelt werden. Die Vermittlung ist mittlerweile sehr schwer geworden und man bleibt evtl. auf dem Nachwuchs sitzen. Diesen muss man dann um Inzucht zu vermeiden in gleichgeschlechtliche Gruppen trennen. Dafür braucht man viel Platz! Dann muss man auch über eine Kastration des Böckchens nachdenken. Chinchillas vertragen Narkose und Operation nicht besonders gut und dass es überlebt ist nicht sicher! Will man dieses Risiko wirklich eingehen? Also ich empfehle derzeit nur gleichgeschlechtliche Haltung! Bei der gleichgeschlechtlichen Haltung
ist es egal ob man lieber Weibchen oder Böckchen hält. Bei der Böckchenhaltung
ist nur zu beachten, dass nie Weibchen in die Nähe kommen! Die Böcke
würden sonst um die Weibchen kämpfen und das auch bis zum Tod egal wie
gut sie sich vorher verstanden haben! Der richtige Platz für den Käfig Man braucht einen Platz an dem viel Ruhe herrscht,
schließlich brauchen auch wir nachts unsere Ruhe. Deshalb sollten andere
tagaktive Tiere nicht im gleichen Zimmer leben oder gar im gleichen
Käfig. Dafür sind die Ansprüche viel zu unterschiedlich! Ein weiterer
Punkt ist die Luftfeuchtigkeit. Sie sollte 60% nicht überschreiten.
Das letzte was bei der Platzwahl beachtet werden muss ist die Temperatur.
Chinchillas schwitzen nicht, sondern können nur über Ohren und Pfoten
Körperwärme abgeben. Ab 25°C wird es für ein Chinchilla gefährlich,
es könnte einen Kreislaufkollaps oder schlimmeres erleiden. Dies sollte
auch beim Transport beachtet werden und Sonneneinstrahlung in jedem
Fall vermieden werden! Ein Chinchillakäfig kann nie zu groß sein, leider viel zu oft ist er zu klein! Ich finde absolute Mindestmaße für zwei Tiere sind 1,5m Breite, 50cm Tiefe und 1m Höhe. Das mit täglichem Freilauf gekoppelt ist okay. Man muss immer bedenken, dass der Käfig die einzige Aufenthaltsmöglichkeit der Chinchillas während ihrer Wachphase in der Nacht ist. Er sollte deshalb genügend Raum für ihren Bewegungsdrang bieten. Der abendliche Auslauf ist ja nur ein Bruchteil in dieser Zeit. Die im Handel angebotenen Chinchillakäfige sind viel zu klein. Eine Grundfläche von mindestens 0,75 qm sollte nicht unterschritten werden. Chinchillas klettern normalerweise auch nicht, deshalb ist eine möglichst große Grundfläche wichtiger wie ein hoher Käfig. Papageienvolieren sind bedingt geeignet. Die meisten sind trotzdem noch zu klein und in der Regel sind sie hoch mit einer nur kleinen Grundfläche. Hinzu kommt der hohe Preis. Mir persönlich gefällt auch nicht, dass sie vollständig aus Metall sind. Chinchillas bewegen sich und springen sehr viel, dabei macht so ein Käfig leider viel Lärm. Ich persönlich bevorzuge Eigenbauten. Aber es hat ja
nicht jeder die Zeit und das handwerkliche Geschick dafür. Aus einem
alten Schrank kann man sich ganz leicht und schnell einen tollen Käfig
bauen. Dies ist kostengünstiger aber dafür zeitaufwendiger. Aber
man kann ganz nach eigenen Wünschen und Vorstellungen vorgehen. Den
Chinchillas kommt das auch sehr entgegen. Die Seiten sind geschlossen
und man sieht nur von der Vorderseite in den Käfig. Sind alle Seiten,
wie bei einer Papageienvoliere, offen, fühlen sich Chinchillas unwohl
und reagieren evtl. ängstlich. Sie fühlen sich nicht sicher, weil sie
immer offen und ungeschützt sind. Von ihren Instinkten her könnte sie
also jederzeit ein Feind angreifen. Kommt der Besitzer nun unerwartet
ins Zimmer, flitzen sie aus Angst blitzschnell davon. Das erschwert
es unnötig die Tiere an sich zu gewöhnen. Aber auch dem kann abgeholfen
werden, wenn man mindestens zwei Seiten z.B. an eine Wand stellt oder
mit Brettern verkleidet. Je nach Käfig, gibt es begrenzte Möglichkeiten bei der Einrichtung. Gekaufte Volieren machen z.B. Probleme beim befestigen von Sitzbrettern am Gitter, dies fällt bei Eigenbauten mit Holzwänden schon leichter, hier kann man einfach die Bretter mit Winkeln befestigen. Was in jedem Käfig vorhanden sein sollte:
Chinchillasand wird in fast jeder Zoowarenhandlung geführt.
Doch leider oft kein echter!!! Meist ist es billiger Quarzsand der teuer
verkauft wird. Die Echtheit lässt sich ganz einfach feststellen. Echter
Chinchillasand (Attapulgus) besteht aus einem Tonmineral. Es ist matt
und glänzt nicht! Bei Nässe verklumpt es und lässt sich, ähnlich wie
Knetmasse, leicht zu einer Kugel formen. Nach dem Trocknen behält er
diese Form! Quarzsand hingegen lässt sich nass nicht verformen und nach
dem Trocknen ist er wieder in seinem krümeligen Zustand. In einer durchsichtigen
Verpackung gut daran zu erkennen, dass er glitzert! Quarzsand ist für
Chinchillas ungeeignet, weil er kantig und spitz ist und beim Baden
das Fell "ausschleift". Attapulgus hingegen ist rund und nimmt
Feuchtigkeit und Fette aus dem Fell auf. Das Sandbad hat nicht nur den
reinigenden Effekt auf Chinchillas, sondern ist auch zum Stress abbauen
und Entspannen sehr wichtig. Darum gehen die Meinungen auch auseinander,
wie lange man den Sand geben soll. 24 Stunden am Tag oder nur kurze
Zeit am Abend? Soll man ihnen nur kurz die Möglichkeit bieten sich zu
reinigen, oder dadurch verhindern, dass das Bad zur Gewohnheit wird
und dann die entspannende Wirkung verliert? Das muss jeder Chinchilla
- Halter für sich selbst entscheiden. Es gibt verschiedene Wege zu einem Chinchilla zu kommen. Ich zähle hier einmal fünf davon auf. Welche einem am geeigneten erscheint, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist aber in jedem Fall der Gesundheitszustand des zu erwerbenden Tieres. Hier sollte auf Folgendes geachtet werden:
Ein Tier hier zu kaufen, kann ich nicht empfehlen! Es sprechen leider viele Gründe gegen einen Kauf.
Hier ganz klar zu beschreiben, was ein Hobbyzüchter macht und was nicht, ist fast unmöglich. Es sind auf alle Fälle Privat-Personen, die Chinchillas nicht zu ihrem Beruf gemacht haben. Auch sie sind so verschieden, wie wir Menschen es nun mal sind.
Also diese Punkte sind kein muss, nicht jeder Hobbyzüchter
handhabt alles genauso! Ich für meinen Fall zähle all jene Züchter dazu, die mehr als 80 Chinchillas halten und dies wahrscheinlich auch nicht mehr in angemessen großen Käfigen. Auch sämtliche Pelzzüchter gehören dazu. Auch hier kann ohne weiteres ein Chinchilla erworben werden. Gerade die Chinchillas vom Pelzzüchter sind Tiere mit sehr schönem Fell, sonst würden sie sich nicht zum Pelzen eignen. Außerdem freut sich jedes dieser Tiere über die gewonnene Freiheit, denn Zuchtkäfige sind sehr viel kleiner als es ein Chinchilla dringend braucht!
Auch hier ist nicht alles Aufgezählte Tatsache. Es
kommt immer noch auf den einzelnen Züchter an. Tierheim oder private Notfall-Anlaufstellen Das Tierheim oder andere Stellen, die Notfellchen vermitteln, werden sich sehr freuen, wenn man sich für ein solches Tier entscheidet! Mittlerweile gibt es sehr viele Chinchillas die dringend ein neues Zuhause suchen. Es sind auch nicht mehr nur Standards dort zu finden, sondern auch schon die vielen bunten Farbschläge. Das Aussehen schützt leider nicht vor der Abgabe! Leider ist es auch bei Tierheimen und Co. schon vorgekommen, dass sie nicht richtig informiert waren und falsche Info weitergegeben haben.
Zufallszucht deshalb, weil der zu erwartende Nachwuchs im Vordergrund steht und nicht etwa, besonders dichtes Fell, eine neue Farbe oder die Größe das Zuchtziel sind. Der Halter wollte einfach mal Nachwuchs von seinem Liebling haben! Ob er weiß was die Elterntiere vererben oder nicht, ob er darauf geachtet hat ob sie überhaupt zur Zucht geeignet sind, oder einen Abstammungsnachweis besitzen? Mein erstes Chinchilla stammt aus einer solchen Zufallszucht, der Vater war aber mittlerweile kastriert worden! Weder über die richtige Farbe noch das Geschlecht, konnte man mir etwas sagen. Damit wurde riskiert, dass ich ein Geschwisterpaar erhalte und diese wieder Junge bekommen! Glücklicherweise sind es zwei Brüder gewesen. Hätte ich damals gewusst, dass ein Chinchilla besondere Ansprüche hat, hätte auch ich weniger Fehler gemacht. Darum möchte ich mit dieser Info so etwas vermeiden! Chinchillas aus Zufallszuchten haben viele mögliche Nachteile:
Die Tiere selbst erfreuen sich, solange sie gesund
sind, genauso ihres Lebens, wie ein anderes Chinchilla. Aber ob es genauso
alt wird, ob es gesund bleibt und nicht leiden muss, kann man nicht
sagen. Wir wollen so etwas nicht unterstützen und darum bitte Finger
weg von Haltern, die solchen Nachwuchs auch evtl. umsonst abgeben wollen.
Wer will denn schon monatlich mit seinem Tier zum Tierarzt müssen, weil
es z.B. eine Zahnanomalie hat und die Zähne immer wieder abgeschliffen
werden müssen und das solange das Chin lebt! Chinchillas kann man nicht wahllos zusammensetzen! Sie haben hier ihren eigenen Kopf und nicht jedes Chinchilla mag das andere. Setzt man ein Chinchilla einfach zu einem anderen in den Käfig, kann das für das Fremde sogar tödlich enden! Es gibt verschiedene Möglichkeiten Chinchillas aneinander zu gewöhnen. In jedem Fall sollte man Zeit und Geduld und auch schon etwas Erfahrung mitbringen! Neulinge sollten eine Vergesellschaftung am besten vom Züchter oder einer anderen erfahrenen Person vornehmen lassen! Wie man letzten Endes vorgeht hängt von den Tieren, Alter, Geschlecht, Umgebung, und den Vergesellschaftern ab. Als erstes sollte geprüft werden, ob sich die Tiere überhaupt riechen können. Dazu sollten 2 Personen vorhanden sein. Jeder nimmt ein Chinchilla sicher in die Hand, damit es nicht Wegspringen kann. Vorsichtig hält man sie so voreinander, dass sie sich gerade mit den Näschen berühren können. Eine kurze Abwehrreaktion ist noch kein Zeichen für Abneigung. Reagieren die Chins jedoch heftiger, ist es vielleicht besser, einen anderen Partner zu suchen. Eine genaue Beurteilung der Situation, kann aber nur eine Erfahrene Person machen! Verstehen sich die Chins scheinbar, kann eine der nachfolgenden Methoden angewendet werden. Es gibt die Möglichkeit, die Tiere zusammen in eine kleine Box zu sperren (was jedoch sehr sehr stressig ist!), wo sie sich nicht aufrichten können. Hier lernen sie erstmal gegenseitig den Geruch kennen. Erst nach und nach dürfen sie in größere Käfige gesetzt werden. Wie schnell hängt von der gegenseitigen Sympathie ab. Reibereien wird es immer geben, die Tiere müssen die Rangordnung klären! Hier darf Fell fliegen, aber kein Blut fließen!!! Fließt Blut, muss sofort getrennt werden und eine andere Methode gewählt werden oder diese Tiere vertragen sich einfach nicht! Klappt es, müssen die Tiere in einen Käfig gesetzt werden, den beide nicht kennen oder der alte Käfig mit Essigwasser gereinigt und umgestaltet werden! Eine andere Möglichkeit ist, die Tiere in den Käfigen nebeneinander zu stellen. So hören, sehen und riechen sie sich. Wird nicht durch das Gitter gegiftet, kann der Abstand zwischen den Käfigen jeden Tag etwas verringert werden. Hin und wieder können Käfig oder Sandbad getauscht werden. So kann der Geruch des anderen noch besser aufgenommen werden und sie gewöhnen sich leichter an die Anwesenheit des Nachbarn. Letzter Abschnitt ist auch hier ein für beide unbekannter Käfig, damit keines der Tiere einen Vorteil hat. Nach der Klärung der Rangordnung, sollte Ruhe einkehren. Unbedingt beachtet werden muss, dass sobald Blut fließt
getrennt werden muss! Das andere Chinchilla hat nicht mehr gewarnt um
seine Position klar zu machen, sondern hat angegriffen!!! Er gibt Info über Geburtsdatum, Geschlecht, Farbbezeichnung, Geburtsgewicht, manchmal auch Krankheiten, Eltern und evtl. Großeltern des Tieres und wer der Züchter ist. Er ist besonders dann wichtig, wenn mit dem Tier gezüchtet
werden soll! Dann sollte aber auch die Info über die Großeltern enthalten
sein. Einige Farbschläge und Mutationen dürfen untereinander nicht verpaart
werden! So z.B. bei Velvets und weißen Chins. Bei manchen Tieren
ist z.B. das Velvet optisch nicht gut erkennbar, so kann aber dem Stammbaum
entnommen werden, ob eines der Elterntiere Velvet ist. Das bedeutet,
dass das Tier zu 50% Velvet sein kann. Erfahrene Chinhalter erkennen
dies aber meist ohne Stammbaum. Ein Velvet darf nicht mit einem Velvet
verpaart werden, genauso dürfen weiße Chins (dazu gehren
alle Schecken usw.) nicht mit anderen weißen verpaart werden.
Desweiteren ist es nicht sinnvoll irgendeine Farbe mit irgendeiner anderen zu verpaaren, mit der Zucht will man meist ein Ziel erreichen und darüber sollte man sich vorher im klaren sein. Nachwuchs zu wollen, ist kein Zuchtziel, sondern ein egoistischer Wunsch. Nun aber zu der Annahme, dass man nicht züchten möchte.
Ein Abstammungsnachweis ist so etwas wie eine Geburtsurkunde. Man hat
einfach alle Daten von seinem Liebling beisammen. Man kann dies als
kleinen Eintrag ins Fotoalbum schreiben oder ein Tagebuch, wie einen
Lebenslauf anlegen. Chinchillas brauchen, wie andere Tiere auch, Vitamine und Mineralstoffe. Vertragen aber nur rohfaserreiche und sehr fettarme (Rohfettgehalt max. 3%) Kost. Wichtig ist hier ein Chin-Halter dem die Gesundheit seiner Tiere mehr am Herzen liegt. Für den Anfänger empfiehlt sich die Fütterung von Pellets, Heu und Wasser. Doch Chinchillas haben in der Natur auch weitaus mehr Abwechslung. Meine Chinchillas erhalten Pellets, eine Kräutermischung für Chinchillas (nicht im normalen Zoohandel erhältlich) und Agrobs "Pre Alpin Lepo Fibre". Ab und zu frischen Apfel, Karotte, Karottenkraut, Löwenzahn oder Sternfrucht und natürlich Heu. Genaueres hier! Pellets werden viele im Handel angeboten, nur nicht alles ist empfehlenswert. Folgende Sorten kann ich empfehlen:
Diese Pellets kann man über Online-Shops in der nötigen Menge beziehen oder direkt bei den Futtermühlen abholen. In den Mühlen erhält man jedoch nur 25kg Säcke. Das ist für nur 2 Chinchillas natürlich viel zu viel. Das Futter darf auch nicht älter als 3 Monate sein. Danach ist nicht mehr viel von wichtigen Inhaltsstoffen übrig. Unbedingt beim Kauf darauf achten und lieber öfter kleine Mengen kaufen. Mischfutter oder offen Angebotenes ist absolut ungeeignet! Bei offen verkauftem Futter weiß man nicht wie alt es ist und was es beinhaltet. Zudem zerstört frische Luft Vitamine viel schneller. In Mischfutter sind viele Bestandteile ebenfalls ungeeignet. Eine falsche Ernährung macht ein Chinchilla krank und führt zu seinem vorzeitigen Tod! Heu darf den Tieren in unbegrenzter Menge zur Verfügung gestellt werden. Am besten in mehreren kleinen Portionen geben. Zuviel auf einmal wird nur verwüstet und verschmutzt. Verschmutztes Heu vor der neuen Gabe entfernen. Beim Heu auf Frische und einwandfreien Zustand achten! Es können auch Heucobs gegeben werden. Das ist Heu in gepresster Form. Sie sind eine willkommene Abwechslung! Wer die Möglichkeit hat, sein Heu beim Bauern in der Nähe zu holen, sollte dies nutzen. Man sollte vorher lediglich darauf achten, dass keine Giftpflanzen auf den Feldern wachsen und weder Schaf noch Ziege darauf weiden! Durch Schaf- und Ziegenurin wird eine schlimme Krankheit übertragen! Sie wird "Pseudo-Tuberkulose" (genauere Beschreibung unter Krankheiten) genannt. Nun zu den Leckerlis. Im Handel wird leider viel Ungeeignetes angeboten! Bunte Farbmischungen, Ringe, Drops, Knabberstangen und, und, und. Sie haben nur einen Zweck. Uns Menschen zu gefallen. Bunte Farben und Formen sprechen uns an. Wir sind Abwechslung beim Essen gewohnt und legen dies natürlich auf unsere Haustiere um. Nur die brauchen so etwas gar nicht. Was für die wichtig ist, ist eine artgerechte und vor Allem gesunde Ernährung! Leckerlis sollten nur als etwas Besonderes ab und zu gegeben werden! Für Chinchillas geeignete Leckereien sehen für uns nicht immer lecker aus:
Bei der Leckerchengabe sollte man sich auf ein- max. zweimal die Woche beschränken! Es reichen 2-3 verschiedene Leckerchen-Sorten, mehr ist unnötig! Auch wenn hier mehr aufgezählt ist! Absolutes Tabu gilt für Nüsse, Rosinen und andere fettreiche Dinge. Sie wirken schädigend auf die Leber!!! Bei der täglichen Futtergabe sollte die Trinkflasche
überprüft werden. Schmieriger Belag oder gar grüne Fäden sind ein Zeichen
für Algen und die sind im Trinkwasser gefährlich. Trinkflasche unbedingt
auskochen! Sonneneinstrahlung begünstigt die Entwicklung von Algen und
sollte vermieden werden! Handelsübliche Plastikflaschen neigen leichter
zu Verunreinigungen und sind durch den milchigen Kunststoff schlecht
einzusehen. Deshalb empfehle ich Glasflaschen welche besser gereinigt
werden können. Der Chinchilladarm ist ein empfindsames und lebenswichtiges Organ. Ist mit ihm etwas nicht in Ordnung, muss man dies möglichst schnell in den Griff bekommen. Das erste Problem, das man bei der Anschaffung von Chinchillas hat, ist das Futter! Züchter oder Tierheim verwenden evtl. ein anderes Futter. Nun kann man nicht einfach sofort ein anderes Futter geben. Dies könnte Durchfall oder Verstopfung verursachen. Durch beides kann ein Chinchilla sehr schnell abbauen und dann wird es kritisch! Dazu kommt die fremde Umgebung und Bezugsperson im neuen Zuhause. Darum immer gewohntes Futter für mindestens einen Monat mitnehmen! Zuhause kann man dann ganz schonend die Chinchillas an das neue Futter gewöhnen. Zuerst nur ein Viertel der Futtermenge durch das Neue ersetzen. Wochenweise die Mischung verändern (nach einer Woche schon die Hälfte, nach zwei Wochen drei Viertel und dann nur noch das neue Futter). Sollte es Probleme geben, die Köttel werden immer kleiner oder werden weicher. Unbedingt die Menge des neuen Futters wieder reduzieren und warten bis der Kotabsatz sich wieder normalisiert hat. Jetzt die Menge in kleineren Schritten erhöhen und wenn nötig auch über einen längeren Zeitraum. Hat man ein Chinchilla zu seinem dazu geholt und muss
auf eine gemeinsame Sorte umgestellt werden? Hier gibt man anfangs je
die Hälfte beider Sorten. Gibt es hier Probleme, muss man sehen, welches
Tier veränderten Kot hat. Dessen Futtersorte wird etwas erhöht, bis
wieder alles in Ordnung ist. Danach etwas langsamer weiter verändern. Sind die Chinchillas im neuen Zuhause gut eingewöhnt und man hat erstmal bemerkt, was für einen Bewegungsdrang die niedlichen kleinen Hüpfer haben, kann man sich überlegen ihnen einen Laufteller in den Käfig zu bauen. Aber bitte kein Laufrad! Ich bin der Meinung, egal wie groß ein Rad ist, der Rücken biegt sich immer in eine unnatürliche Richtung und das ist sehr ungesund! Beim Laufteller, einer amerikanischen Entwicklung genannt "Flying Saucer", rennt das Chinchilla in gewohnter Körperposition! Anfangs müssen die Chinchillas lernen, wie er funktioniert, das geht mal schneller, mal langsamer. Nicht jedes Chinchilla lässt sich dabei dann auch beobachten. Manche benutzen ihn auch lieber als Schaukel, in jedem Fall macht er ihnen riesigen Spaß! Billig ist er jedoch nicht! 60 - 80€ damit muss man mindestens rechnen! Erhältlich ist er auch nur übers Internet. Fragt man Chinchillahalter die ihn haben, so wie mich, so wird man überall die gleiche Antwort erhalten: Die Anschaffung ist es auf alle Fälle wert! Inzwischen gibt es aber schon reichlich Nachahmngen
zu kaufen. Wichtig ist nur geeignetes Material und eine ausreichende
Größe, denn auch ein Laufteller kann zu klein sein. Bambusteller
brauchen unbedingt einen Kantenschutz, denn Bambus splittert beim Annagen
und kann zu schweren inneren und äußeren Verletzungen führen. Zur richtigen Verdauung ist Bewegung für das Chinchilla unerlässlich! Nicht nur im Käfig, er bietet nur eingeschränkt Möglichkeit dazu. Viel besser, wenn die Chinchillas mal 3-4m ungebremst rennen können. Das steigert Lebensfreude, Wohlbefinden und regt eine gesunde Verdauung an. Nach am besten mehreren Stunden sind die meisten Chinchillas richtig hungrig. Gibt man das Futter am Ende des Freilaufs in den Käfig, gehen manche Chins ganz von alleine rein. Was man vor dem Freilauf beachten sollte:
Ein Chinchilla richtig in den Händen halten Chinchillas lassen sich meist nur ungern festhalten. Umso mehr man versucht sie fest zu fassen, umso mehr wird das Chinchilla versuchen frei zu kommen. Quetschungen oder der plötzliche Absprung des Chinchillas ins Ungewisse sind die Gefahren dabei!!! Man sollte einem Chinchilla das Gefühl geben, frei und
unbeengt auf der Hand sitzen zu dürfen. Dazu sichert man es mit Daumen
und Zeigefinger am Schwanzansatz. Die andere Hand dient als Sitzfläche.
Bei unruhigen Chinchillas ist es manchmal nötig sie etwas sicherer im
Griff zu haben. Beim plötzlichen Losspringen könnte nämlich der Schwanz
verletzt werden. Einfach von der unteren Hand zwei Finger nach oben
vor die Schulterblätter halten und zusätzlich den Schwanzansatz mit
der anderen Hand sichern. Jetzt wird das Chinchilla beim Losspringen
gebremst und eine Verletzung kann vermieden werden. Kontrolle des Gesundheitszustandes Tägliches Beobachten der eigenen Chinchillas schützt vor bösen Überraschungen!
Wöchentlich sollte man sich
ansehen. Sollte hier irgendwo eine Auffälligkeit eintreten, kontaktiert
man am besten den Tierarzt! Chinchillas sind hier gesehen echt tapfere Tiere! Sie versuchen möglichst lange einen gesunden Eindruck zu machen, auch wenn es ihnen schon echt schlecht geht! Das ist eigentlich ein Schutz vor Fressfeinden. Nur uns erschwert er es auch, zu sehen ob unser Chinchilla gerade nur keine Lust hat oder doch Schmerzen.
Weiche bis total matschige Kotbällchen, evtl. verschmierte oder verklebte Afterregion, evtl. starker Geruch. Für Durchfall gibt es viele Gründe! Er sollte schnell in den Griff bekommen werden, denn der Darm ist eines der wichtigen Organe beim Chinchilla! Wurde das Futter umgestellt? Ist das Heu in Ordnung (feucht oder schon schimmlig)? Gibt es oder gab es großen Stress für das Chinchilla? Können andere Erkrankungen wie Giardien, Vergiftungen oder eine Darmentzündung ausgeschlossen werden? Hat man den Auslöser gefunden, schnell Abhilfe schaffen: Leckerchen weg lassen und ein paar Tage nur Heu füttern, schlechtes Heu oder Futter durch frisches ersetzen, beim Tierarzt den Kot untersuchen lassen. Folgende Dinge können unterstützen, sollten aber nicht alle auf einmal gegeben werden! Hylak Plus Tropfen ins Trinkwasser geben, wenig Haferflocken oder Kamillenblüten zum Futter geben, Bird Bene Bac (vom Tierarzt).
Kurze sehr kleine oder fast runde Kotbällchen. Auch hier kann Futterumstellung, Heuwechsel oder ungewohnte Leckerchen, falsches Futter, Stress oder eine Vergiftung der Grund sein. Bei leichter Verstopfung reicht vielleicht ein Stückchen Apfel oder Leinsamen. Auf richtiges Futter achten, keine Leckerchen und viel Heu geben. Bird Bene Bac (vom Tierarzt) oder Hylak Plus Tropfen ins Trinkwasser geben.
Schuppige Haut, kahle Stellen oder starkes Kratzen weisen auf eine Pilzerkrankung hin. Betroffene Tiere vom Tierarzt untersuchen lassen. Fungy-Stopp dem Badesand zufügen. Vitamine und Minerale zufüttern um die Abwehr zu stärken. Käfig gründlich mit Essigwasser reinigen und Streu und Sandbad öfters wechseln. Andere Tiere zur Sicherheit mitbehandeln.
Durchfall, Gewichtsverlust oder eine andere Erkrankung können durch Giardien ausgelöst werden. Diese Parasiten leben im Darm und schwächen das Immunsystem, dadurch tritt oft noch eine weitere Erkrankung auf. Wird nur diese behandelt, tritt nur kurzfristig Besserung ein. Darum immer Kot auf Giardien untersuchen lassen! Alle Tiere mit Medikament behandeln, dies nach 14 Tagen noch mal wiederholen und nach weiteren 14 Tagen Kot noch mal vom Tierarzt überprüfen lassen. Zusätzlich zum Medikament müssen Käfige gereinigt werden! Giardien werden mit dem Kot ausgeschieden und überleben hier noch 30-40 Tage! Sie sterben erst bei Temperaturen über 60°C. Darum am besten Dampfreiniger einsetzen und alles aus Holz entfernen und erneuern, Kotbällchen jeden Tag aus dem Käfig entfernen. Auslauf ist in dieser Zeit zu streichen, sonst würden die Giardien überall verteilt werden!
Verhält sich das Chinchilla plötzlich seltsam, hat es Krämpfe, ist apathisch, krümmt es sich oder schreit es vor Schmerz, oder reagiert es nicht mehr, sollte so schnell wie möglich der Tierarzt aufgesucht werden!!! Mit Vergiftungen ist nicht zu spaßen! Für Chinchillas ist ja fast alles giftig, was nicht auf ihrem Speiseplan steht. Falsche oder überdosierte Medikamente, Lacke, Farben, Tapeten, Teppich, Putzmittel oder Zimmerpflanzen!
Langsames Kauen, Gewichtsabnahme, Fressunlust, Sabbern, geringe Futteraufnahme oder tränende Augen können Zeichen für Probleme mit den Zähnen sein. Hier muss zuerst ein Tierarzt aufgesucht werden. Er kann dann zu lange Zähne abschleifen und den möglichen Auslöser nennen. Zahnanomalien können vererbt werden und können auch erst nach Jahren auftreten. Weitere Gründe sind fehlende Nagemöglichkeiten oder zu weiches Futter.
Für sie gibt es fast so viele Möglichkeiten wie bei uns Menschen auch, nur können wir Chin-Halter viele Gründe entfernen um das Sicherheitsrisiko so gering wie möglich zu halten! Spitze Ecken und Kanten, Stürze aus großer Höhe, spitze oder harte Gegenstände, das Partnerchin oder eine Infektion der Haut. Bei großen Wunden, starken Schwellungen oder eiternden Stellen unbedingt den Tierarzt aufsuchen! Bei kleineren Wunden kann selbst geholfen werden. Mit einem Desinfektionsmittel Wunde reinigen und Wundheilsalbe auftragen.
Pseudotuberkulose ist hoch ansteckend und wird von infizierten Tieren schnell auf Gesunde übertragen. Es handelt sich hierbei um Bakterienstämme, die sich in Unreinheiten der Streu oder im Heu bilden. Hier werden sie von den Tieren durch Nahrungsaufnahme oder Fellpflege mit aufgenommen! Die Krankheit ist auch für den Menschen nicht ungefährlich!!! Inkubationszeit 8-14 Tage und leider bis zu ca. 80% tödlicher Verlauf bei erkrankten Tieren! Die Symptome sind sehr verschieden und müssen nicht auf Pseudotuberkulose hinweisen. Ein erkranktes Tier wirkt matt, bekommt Durchfall oder Verstopfung, magert immer mehr ab, frisst und trinkt nicht mehr, Puls und Temperatur sind erhöht. Ist die Krankheit voll ausgebrochen, konnte keinem Chinchilla bisher geholfen werden. In jedem Fall muss der Tierarzt aufgesucht werden! Denn es gibt wichtige Hygienemaßnahmen, die während der Behandlung unbedingt eingehalten werden müssen! Das Antibiotika, das nötig wäre, vertragen Chinchillas nicht. Deshalb kann bereits erkrankten Tieren nicht mehr geholfen werden. Eine Freundin von mir, hatte dieses unsägliche Pech, dass bei ihr "Pseudo-Tuberkulose" ausgebrochen ist. Darum weiß ich wovon ich hier schreibe.
Medikamente werden von Chinchillas nicht immer gern
genommen. Doch manchmal kann es lebensnotwendig sein. Hier kann man
nur noch zu tricksen versuchen, denn Zwang stört das Vertrauen empfindlich.
In Leckerlis verpackte Medikamente werden meist gern genommen. Tropfen
können auch mit wenig Apfelsaft gemischt und mit einer Spritze ins Mäulchen
geträufelt werden. Manche Chins würden dann sogar die doppelte Dosis
nehmen :-)
Bachblüten sind auch bei Chinchillas sehr zu empfehlen! Ob Ängste, Aggressionen oder überzogene Dominanz, Bachblüten können auch hier sehr hilfreich sein. Allerdings mag nicht jedes Chinchilla die Tropfen hinter die Ohren gerieben bekommen. Mit Apfelessig statt Alkohol gemischt, dürfen auch Chinchillas sie oral einnehmen, auch dies mag nicht jedes. Leckerchen können dem abhelfen, sollten aber nicht so oft gegeben werden. In der Homöopathie werden sog. "Globuli" verwendet. Das sind kleine weiße Zuckerkügelchen, mit einer geringen Menge wirksamer Substanz. In dieser Form erhält man mittlerweile auch schon verschiedene Bachblüten-Mischungen. Tierärzte die nach der Homöopathie oder mit alternativen Heilmitteln behandeln, werden dies bestimmt kennen und auch bestellen können! Diese Kügelchen werden die Chinchillas lieber nehmen und gibt es trotzdem noch einen der es nicht mag, dann muss man es halt doch mit Leckerlis versuchen. Weitere Infos zu Bachblüten findet ihr unter: www.doc-nature.com/index.php
oder: www.mirapet.com Nicht jeder Tierarzt kennt sich mit Chinchillas
aus, auch wenn er auf Kleintiere spezialisiert ist (und behauptet er
wüßte bescheid). Es sollte vor der Anschaffung unbedingt
ein erfahrener TA gesucht werden!!! Das kann einen vor bösen Überraschungen
im Ernstfall bewahren! Das sollte ich vor der Anschaffung mit Ja beantworten können:
Konnte alles mit Ja beantwortet werden, steht der Anschaffung
von Chinchillas fast nichts mehr im Wege! Folgende Internetseiten können Euch bei Euren Fragen noch weiterhelfen:
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Diese Seite ist sehr umfangreich! Folgendes Menü
soll Euch beim Auswählen der Unterpunkte behilflich sein: |
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Chinchillas -
artgerechte Haltung und Pflege |
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Infoblatt für Chinchillaneulinge Hiermit möchte ich vor allem denen helfen, die noch kein Chinchilla halten, aber gerne eines hätten. Es soll ausführlich informieren und bei der Entscheidung helfen, ob Chinchillas die geeigneten Haustiere für einen sind. Schon mal vorab möchte ich bekannt geben, dass diese Seite auch meine persönlichen Meinungen enthält und deshalb nicht immer alles so sein muss. Ich empfehle auch noch andere Internetseiten in diesem Schreiben, bei denen man sich informieren kann um weitere Vergleiche und Rückschlüsse zu ziehen. |
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