Glücklich kuschelnde Dreiergruppe
 
Ohne Angst im Käfig - machen dürfen was man will!
Stressig! Ist das wirklich richtig und nötig? Vergesellschaften in der Transportbox
 

Ein paar Tipps möchte ich hier noch geben:

  • Am besten mit der Hilfe von jemand Erfahrenem vergesellschaften
  • Foren im Internet aufsuchen, hier bekommt man immer aktuelle Tipps und viele verschiedene Blickrichtungen zu hören
  • Infoseiten im Netz suchen und genau lesen
  • Es gibt verschiedene Methoden zu vergesellschaften, ich werde unten noch aufzählen welche
  • Fließt Blut, Vergesellschaftung sofort abbrechen! Es kann später von neuem versucht werden, aber zuerst müssen ernsthafte Verletzungen oder sogar der Tod eines Tieres verhindert werden. Meist vertragen sich solche Tiere aber einfach nicht!
  • Geduld üben und den Tieren Zeit lassen, wir Menschen lernen uns ja auch erst langsam kennen

Drei verschiedene Methoden stehen zur Auswahl, welche die passende ist, hängt immer von der Situation, den Chinchillas, deren Alter und Geschlecht ab.
Die beste Uhrzeit für den Beginn einer VG (Vergesellschaftung) ist der frühe Vormittag bis Mittag, weil die Chins hier noch nicht so aktiv sind und eine Annäherung meist langsamer und ruhiger verläuft.

Kleinbox Methode:

Die zu vergesellschafteten Chinchillas werden in eine Box gesperrt. Sie sollten sich nicht aufrichten und kaum bewegen können. Das Problem: Beim Umsetzen in den Käfig kann es trotzdem zu Schwierigkeiten kommen. In der Box konnten die Tiere sich nur kennen lernen, aber z.B. keine Rangordnung klären. Dies ist sehr stressig für die Tiere! Eine sinnvolle Methode? Die Tiere werden komplett an der Kommunikation gehindert!

Große Box:

Wer die kleine Box als zu stressig empfindet, kann diese abwandeln und stressfreier gestalten, in dem man eine größer Box (z.B. Katzentransportbox) oder einen kleinen Hamsterkäfig verwendet.
Hier können sich die Tiere schon viel freier bewegen, Kontakt zueinander aufnehmen und auch schon mal klären, wer hier das sagen hat, oder sich etwas aus dem Weg gehen. Der geminderte Freiraum verhindert jedoch großteils, aber nicht komplett, dass die Chins sich gegenseitig jagen. Es kann beschnuppert und zur Klärung der Rangordnung aufgeritten werden oder man kann sich aufrichten um den Gegenüber zur Abwehr anzupinkeln. So können die Chins vollkommen selbständig entscheiden wann der andere wie nahe kommen darf. Finde ich viel angenehmer, als den Körperkontakt zu erzwingen.

Crashkurs:

Das neue Tier wird in den Käfig des anderen gesetzt und man wartet ab was passiert. Das kann mit kleineren Reibereien, Jagden, Pipiduschen und Fellfliegen einhergehen. Danach ist es vielleicht gut? Man kann die Tiere auf jeden Fall keine Sekunde aus den Augen lassen und das am besten die nächsten Nächte nicht.

Anderer Fall, das hier beheimatete Chinchilla verteidigt sein Territorium, aufgeben wird es bestimmt nicht so einfach. Der Eindringling hat keine Chance (er kennt den Käfig nicht, er riecht anders, es gibt kein Plätzchen an dem er sich ausruhen kann, kann nicht fressen und trinken). Der Revierverteidiger jagt den Eindringling wahrscheinlich bis zum Tod, vorher verbeißt er ihn bis aufs Schlimmste.

Ich habe ein Chinchilla nach so einem Crashkurs gesehen! Nicht ein einziges Büschelchen Fell mehr auf dem Rücken, nur noch Blut! Der Züchterin meines ersten Silberschecken war das Tier zum Einschläfern gebracht worden. Doch ganz so schlimm stand es um das arme Tier Gott sei Dank nicht. Nun musste es mit Antibiotika und Schmerzmitteln voll gepumpt werden! Ich rate darum in jedem Fall von dieser Methode ab. Weil es keine Methode ist, sondern der blanke Irrsinn!

Käfig an Käfig Methode:

Hier werden die Käfige der zu vergesellschaftenden Chinchillas jeden Tag ein Stückchen näher aneinander gerückt. Zischen sich die Chins an, Käfig nicht näher zusammen stellen. Abends tauscht man das Sandbad und auch mal den Käfig untereinander aus. So können Sie sich langsam an den Geruch des anderen gewöhnen. Geht es ohne Zischen, kann man die Käfige irgendwann ganz aneinander stellen. Doch Vorsicht, stehen die Käfige direkt nebeneinander, können evtl. Zehen abgebissen werden. Darum z.B. feines Netz zwischen spannen. Ein paar Tage später können alle in einen neuen oder in den alten aber umgestalteten und mit Essigwasser gereinigten Käfig ziehen. Dies ist stressfreier und ermöglicht auch ein Kennenlernen ohne erzwungenen Körperkontakt. Erst wenn die nötige Akzeptanz da ist, werden die Tiere zum richtigen Kennenlernen und Kommunizieren zueinander gelassen!

Käfig in Käfig Methode:

Diese Art der VG sollte nur bei Chinchillas verwendet werden, die sich mit Sicherheit nicht durch das Käfiggitter beißen. Als VG für zwei sich vollkommen fremde Tiere ist es meiner Meinung nach vollkommen ungeeignet.
Aber für Tiere, die sich z.B. nach Krankheit oder einer OP wie z.B. Kastration durch fremde Gerüche o.a. ablehnen, aber nicht angreifen, könnte es eine Lösung sein. So wird das abgelehnte Tier in einem kleineren Käfig in den anderen (bisher gemeinsamen) Käfig gestellt. Das andere Chinchilla kann sich nun langsam wieder an den früheren Kumpel gewöhnen und ihn evtl. auch im kl. Käfig (unter Aufsicht) kurz besuchen. Scheinen sich beide wieder zu vertragen, bleiben sie für eine Nacht zusammen im kl. Käfig. Am nächsten Tag wird der kl. Käfig offen gelassen und für mindestens eine Nacht noch als Rückzugsmöglichkeit geboten. Erst wenn wirklich alles in Ordnung ist, wird der kl. Käfig entfernt.

Vergesellschaften im Freilauf:

Gilt nach wie vor als sehr umstritten, weil den Tieren schon sehr viel Freiraum zur Verfügung steht, was meist Jagereien unterstützt und somit ein Näherkommen meist mehr erschwert. Wichtig ist jedenfalls, dass der Raum den Chins komplett unbekannt ist. Sie sollten nicht zu sehr auf den Halter bezogen sein, denn schon der, kann als Bekanntes vor dem anderen verteidigt werden.
Die Chins treffen hier ab und an aufeinander, entweder bleibt es beim Beschnuppern und harmloseren Rangeleien und Gezicke, oder sie beginnen sich quer durch den Raum zu Jagen, was jedoch sofort unterbunden werden sollte, in dem der Jagende ausgebremst wird.

 

Dies hier soll nur eine kurze und Überschaubare Seite zur Vergesellschaftung sein. Als Unerfahrener sollte man sich deshalb nie alleine ran wagen. Es kann dabei soviel schief gehen. Darum informiert Euch vorher ganz genau und nicht nur hier bei mir.

 
Als Eindringling im fremden Revier bleibt oft nur noch die Flucht!
 
Bei einer VG und Klärung der Rangordnung ist es vollkommen normal, dass mal Fell gepflückt wird! Zurück bleibt eine Felllücke, die aber bald wieder zugewachsen ist.
Silberschecke und junger Standard bei der VG im Meerschweinchenkäfig
 
Mein kuschelndes Pärchen: Beiger Bock und Standard Dame
 
Um diesen Punkt wird kaum ein Chinchillahalter herumkommen.

Irgendwann ist es mal soweit und man möchte oder muss ein Chinchilla mit einem anderen vergesellschaften.

Meistens habe ich mit der sogenannten "Kleinbox Methode" vergesellschaftet. Dies ist jedoch sehr stressig für die Tiere, weil sie sich kaum bewegen können, ein fremdes Chin bei sich haben und riechen müssen, aber sich nicht mit ihm auseinandersetzen können!

Später habei ich mit der"Käfig an Käfig" Methode vergesellschaftet. Das ist weniger stressig und die Tiere können sich langsam und in Ruhe aneinander gewöhnen.

Derzeit setze ich die Chins erst zusammen, wenn ich ihren Charakter ein wenig kennengelernt habe. Meistens verwende ich dazu einen alten Züchterkäfig, der genug Platz bietet um sich das neue Gegenüber in Ruhe anzuschauen oder lieber einen Schritt Abstand zu halten, so wie es die Chins gerade wollen, und trotzdem ist es nicht zuviel Platz.

Welche Methode die richtige ist, kommt aber immer auf die Chinchillas, ihren Charakter, die Umgebung, usw. an, darum muss immer Situationsbezogen entschieden werden, welche Methode man wählt!

Wer Hilfe benötigt, darf sich gerne an mich wenden.

Vergesellschaften von Chinchillas