Für alle die Ihren Chinchillas ein schönes und großes Eigenheim bieten wollen und sich nicht scheuen selber Hand anzulegen, können sich hier gerne ein Beispiel nehmen.

Als erstes überlegte ich, was ich von meiner Voliere wollte. Sollte sie beweglich sein oder nicht, wo sollte sie später stehen,  wie groß, usw. usw..

Meine Kriterien waren: Es sollte eine fest montierte Eckvoliere (in zwei Hälften geteilt) ohne Rollen sein. Alle Volieren mit Rollen besitzen meist einen so dünnen Boden, dass ein Mensch sie nicht betreten kann. Ich wollte aber die Voliere, vor allem wegen der Reinigung, dem Dekoaustausch und zur Fütterung, betreten können. Sie sollte deshalb auch über hohe Türen verfügen.

Im Internet sah ich mir verschiedene Volierenbaubetriebe an und fand einen der die passenden Elemente einzeln im Angebot hatte. Ich schrieb eine Anfrage, wegen der Montage als Eckvoliere und der Lieferkosten. Zur Montage brauchte ich nur spezielle Winkel mitzubestellen, damit beliefen sich die Kosten im Gesamten auf knapp 400.-€! Irgendwie doch eine Menge Geld, für ein bischen Gitter. Ich weiss, für ein bischen sehr stabiles Gitter mit Rahmen. Ich möchte sowas nicht abwerten, mir war das einfach zu teuer.

Ich begann die Voliere als Eigenbau zu planen. Ich überlegte welche Materialien nötig waren und besah mir das passende Angebot in verschiedenen Baumärkten. Das dauerte natürlich um einiges länger, als einfach eine Bestellung bei einem Volierenbau aufzugeben. Trotzdem gefiel mir mein Ergebnis sehr gut. Die errechneten Kosten lagen nämlich bei nur ca. 200.-€. Also 50% weniger! Klar der Arbeitsaufwand ist da nicht mitgerechnet.

Noch ein Kriterium bewog mich zum Selbstbau: Bevor meine Chins in die Voliere zogen, bewohnten sie eine alte Holzvitrine und davor einen rollbaren Papageienkäfig. Dieser Papageienkäfig war mein Kriterium. Er war sehr laut und das Gitter schepperte am Matallrahmen. Ein furchtbares Teil! Nun befürchtete ich, dass die Voliere vom Volierenbau ähnliche Probleme machen würde. Außerdem - Wie soll sich ein Chinchilla wohl fühlen, wenn jeder Freudensprung mit Krach belohnt wird?

 

 

Hier die einzelnen Arbeitsschritte in der Kurzübersicht:

  1. PVC Boden an den zukünftigen Platz legen
  2. Kantholz abmessen, zusägen und Rahmen aufbauen
  3. Rahmen in etwa an den zukünftigen Platz auf den
    PVC stellen
  4. Platz für Naturäste und Sitzbretter planen und an-
    zeichnen
  5. Löcher für die Winkel bohren und Winkel anschrauben
    (Sitzbretterbefestigung)
  6. Gitter für die einzelnen Rahmenelemente zuschneiden
  7. Gitter von innen auf den Rahmen tackern. So ist der
    Holzrahmen ein bischen vor den Chinzähnen geschützt
    und ein Ausbrechen unmöglich. Die scharfen Gitter-
    kanten werden auf die Seiten, nach unten und nach oben
    umgebogen und dort festgetackert. So sind die Chins vor
    Verletztung geschützt.
  8. Bodenleiste vorbereiten, abmessen, zusägen
  9. PVC passgenau zuschneiden
  10. Bodenleiste befestigen, PVC kann nicht mehr
    verrutschen und ist gleichzeitig vor dem Benagen
    geschützt. Um nicht noch mehr Löcher in die Wand
    zu machen, wurden die Einzelteile der Bodenleiste
    nur untereinander verschraubt und später so mit
    dem Rahmen.
  11. Rahmen an der Wand befestigen. Bodenleiste mit
    dem Rahmen verschrauben
  12. PVC aussen zuschneiden und aussen an den Rahmen
    der Voliere tackern. So kann keine Streu unter dem Rahmen rausrutschen.
  13. Trennwand mit Plexiglasfenster einbauen.
  14. Bis auf ca. 50cm Höhe klare Folie aussen auf den Rahmen tackern. Verhindert Zugluft in Bodennähe und auch hier das Verlassen von Streu usw. der Voliere. Die dicke des Kantholzes bestimmt hier den Abstand vom Gitter zur Folie. In meinem Fall ist der so groß, dass meine Chins auf keinen Fall die Folie anbeissen können.
  15. Jetzt können endlich die Sitzbretter auf die Winkel geschraubt werden. Die großen Naturäste werden ebenfalls verschraubt und verdrahtet. Als Stützen für große Sitzbretter werden dicke Aststücke angeschraubt
  16. In Rahmenhöhe oben, Latten an die Wand schrauben.
    Sie dienen als Befestigung für das Dachgitter
  17. Gitter zuschneiden und so antackern, dass spitze
    Kanten für die Chins unerreichbar sind
  18. Jetzt nur noch die Türriegel anschrauben

FERTIG!!!


Der Türrahmen wäre schon mal fertig. Später wurde wegen Umbau aus einer breiten Türe zwei Schmale

Volierenmaße:

Schenkelseiten/Wand: 1,65m  breit       

Schenkelseiten/Rahmen: 0,90m breit

Türelemente: 50cm breit

Höhe: 2m 

Grundfläche: etwas über 1qm je Käfighälfte,
Gesamt über 2qm

 

 Arbeitszeit: ca. 10h, davon 4h alleine und 6h zu zweit


Die Winkel für die Sitzbretter werden angeschraubt

Material:

12 x  2,5m lange Kanthölzer (34x54mm)  

Winkel für den Rahmen, Holzschrauben,

Winkel für die Bodenleiste,

Dübel und Schrauben für die Wandbefestigung der Bretter,

lange Dübel und Schrauben zum befestigen des Rahmens
mit der Wand,

Winkel für die Sitzbretter

4 Türscharniere und 4 Verschlußriegel

Die Holzleiste schützt den PVC am Rand entlang vor den Nagern

Endlich fertig!

2 Rollen Gitter mit je 5m x 1m                                               

Holzbrettchen in verschiedenen Größen              

Naturäste                                                                                    

4qm PVC Boden                                                                               

4x 2m lange sägerauhe Latten als Bodenleiste (Rest für
das Dach)   

ca. 2m x 1m klare Folie


Der PVC wird 3x eingeschlagen und aussen am Rahmen festgetackert

Linke Seite

Werkzeug:

Stichsäge, Bohrer, Akkuschrauber, Tacker, Schere,
Seitenschneider,


Folie aussen am Rahmen festtackern, schließlich sollen Streu und Co. drinnen bleiben

Futterplätze:

  • Heu
  • Futternapf
  • Trinkflasche

Der Futternäpfe befinden sich unten neben den Türen. Heu
gibt es auf einer Ebene weiter oben. Die Trinkflaschen sind
auch wieder auf einer anderen Ebene. So ist Fressen und
Trinken gleich Fitneß!


Der Abstand von der Folie zum Gitter ist so gross, da kommt kein Chin ran!

Rechte Seite

Mein größter Beweggrund diese Voliere zu bauen hat sich
ausgezahlt. Ich wollte meinen Chins auch ausserhalb der Frei-
laufzeiten Platz zum bewegen bieten. Seither sind sie sehr viel
ausgeglichener und ruhiger. Es entsteht kein über großer
Bewegungsdrang durch Platzmangel, weil jederzeit Bewegung möglich ist!  

Irgendwann müssen wir allerdings umziehen und dann gibt es noch eine Änderung, die sich jetzt schlecht einfügen lässt: Eine Zwischenebene auf ca. 80cm Höhe! Damit die
Sturzhöhe gemindert ist. Es ist momentan zwar alles so angeordnet, dass ein fallendes Chin, nur auf die nächste Ebene herunterfällt und auch nicht auf einen gefährlichen
Gegenstand, aber man kann so einen schlimmen Sturz ohne Zwischenebene nicht wirklich verhindern!


 
Voliere zum selber bauen